Krebsfrüherkennung


Sehr geehrte Patientin,
wenn Sie zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung gehen, können Sie sich hier vorab informieren, was diese Untersuchung beinhaltet.
In allen Altersgruppen ist die Abstrichentnahme am Gebärmutterhalskanal (Portio) zentraler Bestandteil der Krebsfrüherkennungsuntersuchung.

Durch den Abstrich werden Veränderungen von Zellen in diesem Bereich frühzeitig festgestellt und können behandelt werden. Die Heilungschance liegt bei fast 100% und somit können spätere schwere Erkrankungen vermieden werden. Bei regelmäßiger (d.h. halbjährlicher bis jährlicher) Kontrolle kann eine zuverlässige Vorhersage gemacht werden, dass auch in der Zwischenzeit keine ernsthafte Erkrankung auftreten wird.

Ab dem 30.Lebensjahr erfolgt zusätzlich eine Brustuntersuchung durch die Ärztin. Dabei wird auch gezeigt wie die Brust selber abgetastet werden kann. Dies ist wichtig, da Veränderungen in der Brust auch sehr kurzfristig entstehen. Bei auffälligen Befunden wird eine Ultraschall oder eine Mammografie veranlasst.

 

Ab denm 35. Lebensjahr ist seit 2008 ein Hautkrebsscreening vorgesehen, welches alle 2 Jahre in hausärztlichen oder hautärzlichen Praxen durchgeführt wird. 

Die Darm-Untersuchung wird ab dem 50. LJ durchgeführt, d.h. die Untersuchung des Enddarms mit dem Finger durch die behandelnde Ärztin. Durch diese Untersuchung können gutartige oder bösartige Darmveränderungen erkannt werden, bevor sie Symptome oder Beschwerden hervorrufen.

Ab dem 50. Lebensjahr wird zusätzlich ein Stuhlbriefchen (Haemoccult) durchgeführt. Bei diesem Test wird 3malig eine Untersuchung auf nicht sichtbares Blut im Stuhl durchgeführt. Dies kann, muß aber nicht, ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Häufig sind Hämorrhoiden oder gutartige Darmveränderungen Ursache für versteckte Blutungen. Sollte dieser Test positiv sein, wird im Anschluß daran eine Darmspiegelung empfohlen.

Ab dem 56. LJ (nach dem 55. Geburtstag) wird neuerdings eine vorsorgliche Darmspiegelung (Screening Koloskopie )angeboten. Mit Hilfe der Darmspiegelung werden nicht nur Veränderungen erfaßt, die zu Blutungen führen, sondern ebenfalls Veränderungen, die völlig symptomlos und ohne Blutungen einhergehen. Die Darmspiegelung hat einen hohen Vorhersagewert, d.h. bei einer unauffälligen Darmspiegelung können Sie davon ausgehen die nächsten 10 Jahre nicht an Darmkrebs zu erkranken.

Diese o.g. Untersuchungen sind neben der Messung des Blutdrucks fester Bestandteil der Krebsfrüherkennungs-Untersuchung für Frauen.   


Es können zur Erhöhung Ihrer eigenen Sicherheit ergänzend weitere Untersuchungen durchgeführt werden, die aus unterschiedlichen Gründen nicht Bestandteil der gesetzlich festgelegten Früherkennung sind. Dies sind kostenpflichtige Iindividuelle Gesundheitsleistungen (IGel).


Dabei handelt es sich um folgende Untersuchungen:


• Ergänzend zu der Abstrichentnahme am Gebärmutterhals kann eine Virusdiagnostik durchgeführt werden. Wie inzwischen bekannt, sind fast alle Veränderungen am Gebärmutterhals durch den s.g. Human Papillom Virusbedingt. Ein negativer HPV-Abstrich gibt Ihnen die Sicherheit, daß in den nächsten 5 Jahren keine Veränderung auftritt, die eine Gefährdung zur Entartung in sich trägt. Eine routinemäßige Virusdiagnostik scheint nicht sinnvoll, da viele Frauen viruspositiv sind, d.h. einen Infekt haben, ohne das dieses jemals einen Krankheitswert erhält und die Betroffenen somit unnötig beunruhigt werden. Eine negative Virusdiagnostik gibt jedoch eine erhöhte Sicherheit.


• Zusätzlich zur Brustuntersuchung kann eine Mammografie durchgeführt werden.

Medizinisch indiziert ist die Mammografie bei auffälligen Tastbefunden oder  einer belastenden Familienanamnese (Mutter oder Geschwister an Brustkrebs erkrankt) oder einer eigener Erkrankung in der Vorgeschichte. Eine regelmäßig durchgeführte Mammografie (ca. im Abstand von 2-3 Jahren) erhöht die Treffsicherheit der Früherkennung ab 50. Die Mammografie gibt jedoch keine Garantie dafür, daß in der Zwischenzeit nicht doch Veränderungen auftreten.


• Ultraschall der Brust kann ebenfalls die Sicherheit erhöhen, daß keine krankhafte Veränderung in der Brust vorliegt. Der Ultraschall hat keine so hohe Treffsicherheit wie die Mammografie, kann bei sehr festen Brüsten jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein.

In keinem Fall erspart der Brust-Ultraschall die regelmäßige Selbstuntersuchung. Bei auffälligen Tastbefunden ist der Ultraschall der Brust selbstverständlich eine medizinische Leistung, deren Kosten von der Krankenkasse übernommen wird.


• Ultraschall der Gebärmutter und der Eierstöcke. Der Ultraschall ist bei auffälligen Tastbefunden oder einer medikamentösen Behandlung (z.B. Hormonersatz-Therapie) oder Zustand nach Veränderungen (z.B. Eierstock-Cyste) eine medizinisch indizierte Leistung. Möchten Sie eine Ultraschall-Untersuchung vorsorglich nur zur Erhöhung Ihrer individuellen Sicherheit, so kann diese durchgeführt werden.

Inwieweit regelmäßige Ultraschall-Kontrollen tatsächlich zur Früherkennung von krankhaften Veränderungen an der Gebärmutter oder an den Eierstöcken führen, ist bislang nicht sicher erwiesen.


• Wenn Sie Ihr persönliches Risiko erfahren möchten, an Osteoporose zu erkranken, ist in erster Linie ein Gespräch mit der Ärztin sinnvoll. Eine Knochendichtemessung zur genauen Bestimmung der Knochendichte ist am aussagekräftigsten mit einer Röntgenuntersuchung, die Sie ebenfalls als IGel durchführen lassen können.

 

 

Letzte Aktualisierung: 25.9.2012

 

 



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